Wären digitale Projekte ein Fernsehformat, dann wären sie definitiv eine Serie und kein Film. Eine Serie, die fortlaufend neue Episoden und Plots bekommt, Darsteller featured und dabei Erfolg und Misserfolg in die Produktion einfließen lässt. Klar, das erfordert Skills, Mut, Zeit und Motivation. Aber ehrlich: es lohnt sich und macht jede neue Staffel spannend und erfolgreich. Aber jetzt erst einmal »Klappe und Action!« für einen Blick hinter die Kulissen.

Back in the days

Wir erinnern uns: es ging bei Projekten in der Vergangenheit immer um den ausgeglichenen Dreiklang aus Zeit, Kosten und Qualität. Kundenbedarf oder Mitarbeiterzufriedenheit? Fehlanzeige. Das spielte erst später eine Rolle. Aber wie und weshalb kam es zu diesem Perspektivenwechsel?

Betrachten wir dazu einmal kurz den status quo: in der Fülle an Marken und Produkten, Dienstleistungen und Unternehmen, denen wir täglich offline wie online begegnen herrscht hoher Innovationsdruck und harter Wettbewerb. Das war früher anders, da es einerseits noch echten Mangel und andererseits noch keine globale Vernetzung gab.

Beides hat sich jedoch grundlegend geändert: heute bestimmt die Auswahl das Geschehen. Man muss zwar immer noch sagen, dass es letztlich um Umsatz geht. Aber um diesen zu erzeugen, stehen nun mehr die Menschen im Fokus, die den Umsatz von Unternehmen generieren bzw. die Mitarbeiter, die in Unternehmen arbeiten. Der Blick hat sich also stärker den humanen Ressourcen auf beiden Seiten einer Marken zugewendet. Der Grund für diesen Wechsel liegt in der Erkenntnis, dass der Mehrwert eines Produkts oder eines Arbeitsprozesses auch in der Zufriedenheit zu suchen ist. Und diese Zufriedenheit ist höher einzustufen, als reine KPI’s, die bisher lediglich Zahlen ins Verhältnis setzten und in denen jener Faktor eben keine wirkliche Rolle spielte.

Kurzum: Auswahl und Innovationsdruck sowie das veränderte Lebenstempo moderner Gesellschaften und die weltweite Globalisierung haben für einen grundlegenden Perspektivenwechsel gesorgt. Dieser Wechsel hält jedoch für Unternehmen das Potenzial bereit, viel mehr potenzielle Kunden – ganz gleich, wo oder wann – erreichen und für ein Produkt oder eine Marke begeistern zu können. Die Digitalisierung ist hierbei der technologische Treibstoff, denn sie bietet die einzigartige Möglichkeit, online Markenerlebnisse erschaffen, deren Go-live global und in Echtzeit erfolgen kann, wenn die Strategie es erfordert.

Die Welt wird vor diesem Hintergrund einmal mehr zu einer Bühne, auf der nun jedoch der Need der Kunden und Mitarbeiter die zentrale Rolle spielt. Vor allem im digitalen Bereich, wo Markenerlebnisse bereits lange vor Kaufentscheidungen beginnen.

Und genau das ist der Moment, an dem für unsere Serie namens »Digitale Projekte« der Drehbeginn liegt.

Digitale Projekte - was läuft da ab?

Wer denkt, dass man im Bereich digitaler Projekte einmal den Text für einen fixen Ablauf lernt und dann für jede kommende Episode gewappnet ist, der irrt. Es gilt eher, fortwährend miteinander zu reden, sich zuzuhören, auch mal zu improvisieren, spezialisierte Teams zu bilden, Hierarchien flach und die Transparenz hoch zu halten. Und natürlich die Ziele aller digitalen Projekte immer an den Bedürfnisse der Kunden dahinter auszurichten und fortlaufend anzupassen.

Das hört sich auf den ersten Blick sehr komplex an, bedeutet letztlich aber einfach nur, dass der Anspruch an die digitalen Produkte unserer Zeit der gleiche sein sollte, wie der Anspruch an die Methode, nach der diese Produkte entwickelt werden.

Marken werden fortlaufend verändert, an den User angepasst, führen interdisziplinär Experten zusammen. Warum sollten digitale Projekte nicht nach den gleichen fortlaufenden und bedarfsorientierten Kriterien arbeiten? Langfristig besteht hierbei ja auch das Potenzial, Geld und Zeit zu sparen. Denn wer konstant entwickelt und überprüft, braucht nicht aller paar Jahre einen kompletten Relaunch durchziehen, weil die Strategie und das System über die Zeit verwässert wurde oder sich die Bedürfnisse der Kunden längst unbemerkt geändert haben.

Und sogar, wenn man an dieser Stelle die bereits erwähnten KPI’s hinzuzieht, wird schnell klar, dass gut geführte digitale Projekte zu höherer Effektivität und damit langfristig geringeren Kosten sowie höheren Umsätzen führen. Größere Zufriedenheit bei den Kunden wird zudem weniger Beanstandungen erzeugen, was die Arbeit von Kunden-Services deutlich erleichtert. Und auf der anderen Seite sorgt eine größere Mitarbeiterzufriedenheit für weniger Krankheitsausfall und höherer Effizienz eines jeden einzelnen. Die Liste ließe sich noch länger fortführen, aber die Benefits sind bereits an diesen Punkten deutlich sichtbar.

Langfristige Teamplayer gesucht

Man muss jetzt nur noch akzeptieren, dass digitale Projekte konsequenterweise auch nie abgeschlossen sein können, sondern immer weiterentwickelt werden müssen. Aber mal ehrlich: gute digitale Projekte, die bahnbrechende Apps, hinreißende Websites, überzeugende virtuelle Angebote und vitale Markenerlebnisse – digital wie auch analog – erzeugen sind es doch wert, fortwährend an ihnen weiterzuarbeiten. Die eigene Lieblingsserie soll doch auch nicht nur aus einer Staffel bestehen.
Und wie viel Potenzial und Zufriedenheit könnte in einem Unternehmen entstehen, das Mitarbeiter aus verschiedenen Ressorts mal nicht mit Stechkarte auf Zeit zusammensetzt und immer nur auf ein dickes Ende, den berühmten big bang, hinarbeiten lässt? Viel erfrischender ist es doch, im Weg das Ziel zu erkennen und Synergien zu erzeugen, die Räume entstehen lassen. Räume, die konstant mit Ideen und angepassten Produkten gefüllt werden können und deren Qualität und Usability regelmäßig gecheckt wird. Auch vor dem Hintergrund fortschreitender Software- & Technologie-Entwicklung oder regelmäßiger Social Media-Bespielung mit relevantem Content und guter Moderation ist eine kontinuierliche Arbeit spezialisierter Teams absolut nötig.

Oder um in unserer Metapher zu bleiben: in digitalen Projekten sind faktisch fortwährend unzählige Hauptrollen zu vergeben. Cameo-Auftritte sind eher selten gefragt.

Längere Wertschöpfungsketten

Mit diesem Mindset entsteht bereits im Arbeitsprozess digitaler Projekte der Anfang einer Wertschöpfungskette, die später von Usern und Kunden sehr wohl positiv wahrgenommen wird. Und zwar mit jeder Folge, in der ein digitales Projekt einen neuen Plot ausrollt. Plots, die nicht an Zeit und Geld, sondern an Zufriedenheit und Nutzen – und natürlich auch an Umsätzen – bemessen werden.